Weichenstellung für Gründungszuschus

Weichenstellung für Gründungszuschus

Seit einigen Monaten sind die Änderungen zum Gründungszuschuss in Kraft. Die Zahlen der durch den Gründungszuschuss  unterstützen Existenzgründungen sind um teilweise über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Schuld daran ist allerdings nicht die rigide Vergabepraxis der Arbeitsagenturen, sondern die enorme Unsicherheit unter den Existenzgründern. Eine gute Vorbereitung und die Zuhilfenahme professioneller Unterstützung können die Chancen auf den Gründungszuschuss enorm steigern.

Gute Begründungen

Offenbar wurde in der Arbeitsagentur ein internes Formular entwickelt, anhand dessen die Sachbearbeiter in den lokalen Agenturen die Eigenleistungsfähigkeit der Existenzgründer kritisch überprüfen sollen. Weiterhin können Fragebögen zum Einsatz kommen, die zur Bewertung der Förderwürdigkeit eines Vorhabens zur Verwendung kommen können.

Es ist grundsätzlich nicht verkehrt, wenn Existenzgründer bereits vorher wissen, mit welchen Fragen Sie Seitens der Arbeitsagenturen zu rechnen haben und sich entsprechend darauf vorbereiten können. Mit folgenden Fragen könnten Gründer o möglicherweise konfrontiert werden:

  • Eine Darstellung, warum der Antragssteller eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen möchte und welche Vorbereitungen er bereits getroffen hat.
  • Passen Berufsbildung und/oder praktische Erfahrungen zur Branche, in der er sich selbstständig machen möchte?
  • Kann der Gründer bereits praktische Berufserfahrung in den Bereich vorweisen, in dem er eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen möchte und wenn ja, wann, wo und in welchem Umfang hat er diese gesammelt?
  • Darstellung der Zukunftsprognosen seiner Branche und Darlegung der benutzten Quellen.
  • Kann der Existenzgründer bereits kaufmännische oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse vorweisen und wenn ja, in welcher Form kann er dies bzw. wenn nein, ist er bereit diese im Rahmen eines Existenzgründerseminars zu erwerben?
  • Darstellung der bisherigen Vertriebserfahrung (wann, wo und welchen zeitlichen Umfang dies in seiner bisherigen Tätigkeit eingenommen hat).
  • Hat der Gründer Kenntnisse im Bereich Rechnungslegung, Buchführung, Kosten-Leistungs-Rechnung und wenn ja, wo hat er diese erworben?
  • Was gedenkt der Existenzgründer zu tun, wenn er im ersten Jahr seiner Selbstständigkeit die geplanten Einnahmen und Gewinne nicht erreicht.

Existenzgründerberater können Gründer auf diese und ähnliche Fragen vorbereiten. Eine gute Vorbereitung wird auch im Rahmen des Gründungszuschusses immer wichtiger – genauso wichtig wie beim sich ggf. anschließenden Bankgespräch, um die Finanzierung des Vorhabens zu sichern. Die Fragen sollten dem Existenzgründer unterdessen nicht unbekannt sein, denn diese sollten auch schon im Rahmen des Businessplans beantwortet worden sein.

Sollte der Antrag trotz eines guten Businessplans, einer Bestätigung der Tragfähigkeit einer fachkundigen Stelle sowie eine guten Vorbereitung im Beratungsgespräch abgelehnt werden, sollten enttäuschte Gründer nicht konfrontativ oder gar mit Drohungen reagieren. Hilfreicher ist es gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen und notfalls vor dem Sozialgericht zu klagen.

Mario Hofmann Steuerberater – Mario Hofmann – Reiskirchen