Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz

Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz

Mit Verkündung des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes am 29. Juni 2013 treten wichtige steuerliche Änderungen in Kraft, die sich bereits 2012 im Gesetzgebungsverfahren befanden und selbst im Vermittlungsverfahren zum Jahressteuergesetz 2013 keine Zustimmung finden konnten. Nach mehrmaligem Scheitern haben sie es nun geschafft in einem Artikelgesetz unterzukommen, dessen Namen nur wenig steuerliches vermuten lässt.

Eine Auswahl der interessantesten Neuerungen wollen wir Ihnen heute vorstellen.

Aus für das Goldfinger Modell

Der Goldhandel über ausländische Firmen galt lange als eines der letzten großen Schlupflöcher bei der Einkommensteuer.

Eine ausländische Gesellschaft kauft Gold. Der Kaufpreis für das Gold führt unter bestimmten Voraussetzungen sofort zu einem Verlust. Die Steuerlast reduziert sich über den sog. ne­gativen Progressionsvorbehalt. Wenn das Gold verkauft wird und dabei Gewinne anfallen, sind diese Einkünfte nach Doppelbesteuerungsabkommen im Inland steuerfrei und unterliegen nur dem Progressionsvorbehalt. Die Einnahmen führen nur zu höheren Steuersätzen. Allerdings dann nicht, wenn der Höchststeuersatz sowieso schon erreicht ist. Künftig darf der Kaufpreis erst beim Verkauf des Goldes angerechnet werden. Damit kann nicht mehr in einem Jahr der negative Progressionsvorbehalt aus­genutzt werden.

Elektroautos als Dienstwagen

Wer seien Firmenwagen privat nutzt, muss monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises versteuern. Um die Anschaffung von Elektrofahrzeugen zu unterstützen, werden aus dem Listenpreis dieser Fahrzeuge die Kosten der Batterie im Zeitpunkt der Erstzulassung herausgerechnet. Für bis zum 31. Dezember 2013 angeschaffte Fahrzeuge sind das 500 € pro Kilowattstunde der Batterie­kapazität. Für in den Folgejahren ange­schaffte Fahrzeuge werden es jährlich 50 € pro Kilowattstunde weniger. Pro Fahrzeug beträgt die Minde­rung maximal 10.000 €. Auch dieser Betrag schrumpft in den nächsten Jah­ren um 500 € jährlich.

Ende der Cash-GmbH

Bei der Erbschaftsteuer wurden Modelle gestoppt, bei denen privates Finanzvermögen in eine GmbH oder KG eingebracht wurde, um so Abgaben an den Fiskus zu umgehen („Cash GmbH“). Die Privilegien für Betriebsvermögen konnten auch für Geldvermögen ausgenutzt werden. Dieser Bestand an betriebsnotwendigen Finanzmitteln wird künftig auf 20 % des Unternehmenswertes beschränkt

Neuerungen in der Umsatzsteuer

Neuerungen gibt es auch bei den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung. Im Fall der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers muss künftig auf der Rechnung vermerkt sein „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“. Bisher musste in der Rechnung nur auf die umgekehrte Steuerschuldnerschaft hingewiesen werden. Im Fall der Besteuerung von Reiseleistungen und bei der Differenzbesteuerung muss künftig angegeben werden: „Sonderregelung für Reisebüros“, „Gebrauchtgegenstände / Sonderregelung“, „Kunstgegenstände / Sonderregelung“ oder „Sammlungsstücke und Antiquitäten / Sonderregelung“. Bei Ausstellung einer Rechnung durch den Leistungsempfänger muss die Rechnung die Angabe „Gutschrift“ enthalten. Sogenannte kaufmännische Gutschriften in Form von Korrekturbelegen oder Stornobelegen sollten in Zukunft nicht mehr als „Gutschrift“ bezeichnet werden. Anderenfalls besteht das Risiko, dass das Dokument als Rechnung angesehen wird und der Empfänger die in der Gutschrift ausgewiesene Umsatzsteuer UStG schuldet

Mario Hofmann Steuerberater – Mario Hofmann – Reiskirchen